Batteriespeicher vs Balkonkraftwerk: Was lohnt sich 2026 mehr?

Seit dem Solarpaket I (2024) und der Pflicht für alle Energieversorger, dynamische Stromtarife anzubieten, gibt es zwei völlig unterschiedliche Wege, deine Stromkosten zu senken, auch ohne Eigenheim: ein Balkonkraftwerk, das Strom erzeugt, oder ein Batteriespeicher, der Strom günstig einkauft und teuer spart. Beide werden oft in einen Topf geworfen, dabei sind es zwei eigenständige Investitionen mit unterschiedlicher Logik, nicht zwei Varianten desselben Produkts. In diesem Artikel zeigen wir dir, was beide kosten, wie schnell sie sich amortisieren und für wen sich welche Option 2026 wirklich lohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Balkonkraftwerk erzeugt eigenen Strom aus Sonnenlicht. Ein Batteriespeicher spart Strom, indem er ihn günstig aus dem Netz einkauft und teuer „verbraucht“. Das ist der zentrale Unterschied.
  • Balkonkraftwerke kosten je nach Ausstattung ca. 130 € für ein einfaches Einsteigerset ohne Speicher bis über 5.000 € für große Komplettsysteme mit mehreren Speicherbänken (5 bis 8 kWh). Ein kleiner Batteriespeicher wie der Marstek Venus A startet bereits ab 400€.
  • Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher amortisiert sich in ca. 3 bis 5 Jahren, ein Batteriespeicher wie der Marstek Venus A in ca. 3 bis 4 Jahren, also in einem ähnlichen Zeitraum. Ein Balkonkraftwerk mit Speicher braucht dafür je nach Quelle deutlich länger (4 bis 10 Jahre oder mehr).
  • Sowohl für den Batteriespeicher als auch für das Balkonkraftwerk ist eine Anmeldung im Marktstammdatenregister nötig. Die Anmeldung beim Batteriespeicher beim Verteilnetzbetreiber übernimmt Rabot Energy für dich. 
  • Für Mieter:innen ohne Balkon oder mit ungünstiger Ausrichtung ist der Batteriespeicher oft die einzige beste Option, um überhaupt an sinkenden Stromkosten teilzuhaben.

Batteriespeicher vs. Balkonkraftwerk: Der Unterschied

Ein Balkonkraftwerk erzeugt Strom aus Sonnenlicht und speist ihn direkt ins Hausnetz ein. Es braucht Sonne, kann von sich aus nichts speichern und ist auf den PV-Ertrag der eigenen Module beschränkt. An bewölkten Tagen, im Winter oder nachts, liefert es wenig bis keinen eigenen Strom. Das heißt aber nicht, dass der Haushalt dann ohne Strom dasteht: Das Balkonkraftwerk ist über eine normale Steckdose mit dem Hausnetz verbunden, das ganz normal weiter aus dem öffentlichen Netz versorgt wird. Sobald die Module weniger oder nichts liefern, läuft die Stromversorgung automatisch wie gewohnt über den bestehenden Stromvertrag weiter, ohne dass davon etwas zu spüren ist.

Ein Batteriespeicher erzeugt selbst keinen Strom. Stattdessen kauft er günstigen Netzstrom ein, etwa nachts oder mittags, bei viel Solar- und Windstrom im Netz, und gibt ihn ab, sobald du ihn brauchst oder der Strompreis steigt. Er funktioniert rund um die Uhr, unabhängig von Sonne, Balkon oder Jahreszeit. Besonders wirksam ist der Speicher mit einem dynamischen Stromtarif, mit dem man direkt von Preisschwankungen an der Strombörse profitiert: Die Preise schwanken viertelstündlich und können sogar negativ werden. 2025 gab es 575 Stunden mit negativen Strompreisen, im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits über 290 Stunden.

Wie funktionieren beide Systeme technisch?

1. Balkonkraftwerk: Strom erzeugen und direkt verbrauchen

Ein Balkonkraftwerk besteht aus ein bis vier Solarmodulen und einem Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt und über eine Steckdose ins Hausnetz einspeist. Geräte, die gerade laufen, nutzen diesen Strom zuerst. Was gerade nicht selbst verbraucht wird, fließt unvergütet ins öffentliche Netz, es sei denn, ein zusätzlicher Speicher fängt den Überschuss auf. Die Einspeiseleistung ist gesetzlich auf 800 Watt begrenzt.

Für die Aufstellung braucht es eine geeignete, möglichst sonnige Fläche, etwa einen Balkon, eine Fassade, eine Terrasse, den Garten oder ein Flachdach, idealerweise mit Süd- oder Südwestausrichtung und ohne Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude. Die Module müssen sturmfest montiert werden, meist mit einer speziellen Halterung für den jeweiligen Untergrund (Balkongeländer, Wand, Ziegeldach, Flachdach oder Boden), und brauchen eine erreichbare Steckdose in der Nähe.

2. Batteriespeicher: günstig einkaufen, teuer "verbrauchen" oder wieder einspeisen

Ein Batteriespeicher hängt einfach an der Steckdose, genau wie jedes andere Haushaltsgerät. Eine intelligente Steuerung lädt ihn automatisch dann, wenn Strom günstig ist, und gibt ihn ab, wenn der Preis steigt. Typisch sind zwei Lade-/Entlade-Zyklen pro Tag: nachts geladen (ca. 1 bis 5 Uhr) und morgens wieder abgegeben (ca. 6 bis 9 Uhr), sowie mittags geladen (ca. 12 bis 14:30 Uhr) und abends wieder abgegeben (ca. 18:30 bis 22:30 Uhr). Für die Entladung gibt es dabei zwei Möglichkeiten: Entweder wird der zuvor gespeicherte Strom selbst im Haushalt genutzt, oder er wird zu den teureren Stunden wieder ins öffentliche Netz verkauft. Diese Preis-Arbitrage funktioniert komplett unabhängig davon, ob und wie viel Sonne gerade scheint. Weitere technische Details, etwa zur Rolle des Smart Meters, beschreiben wir in Batteriespeicher mit Netzstrom laden: So funktioniert’s.

Kosten im Vergleich: Einstieg, Montage & Betrieb

1. Anschaffungskosten

Balkonkraftwerke ohne Speicher sind bereits ab ca. 130 € bis 250 € für ein einfaches Einsteigerset mit einem Modul erhältlich, größere Sets mit zwei Modulen (bis 800/1.000 Watt) liegen meist zwischen 200 € und 260 €. Sobald ein nennenswerter Speicher mit ins Set kommt, steigt der Preis spürbar: Kompakte Komplettsets mit kleineren Speichern (ca. 0,5 bis 2 kWh) bewegen sich meist zwischen 250 € und 260 €, größere Anlagen mit mehreren Modulen und Speicherbänken im Bereich von 5 bis 8 kWh (z. B. mit Anker SOLIX Solarbank 3 oder 4) kosten aktuell 1.700 € bis über 5.000 €, je nach Anzahl der Zusatzakkus, Halterung und Montageart. Ein reiner Zusatzspeicher für ein bereits vorhandenes Balkonkraftwerk liegt separat gekauft meist zwischen 300 € und 1.700 €.

Wie viel ein einzelner Batteriespeicher genau kostet, haben wir bereits ausführlich in unseren Artikeln Batteriespeicher Kosten 2026 und Beste Batteriespeicher für Mietwohnung beschrieben. Am Markt liegen kleine Speicher (1 bis 3 kWh) aktuell zwischen ca. 250 € und ca. 1.100 €. Der Anker SOLIX Solarbank 2 E1600 AC zum Beispiel liegt bei 449 € (Aktionspreis, 1,6 kWh), der EcoFlow Stream Ultra bei 599 € (Sommeraktion, 1,92 kWh). Der Marstek Venus A kostet 499 € einzeln (2,12 kWh, Stand 2026), im Rabot-Flow-Bundle inklusive dynamischem Stromtarif, Smart Meter und Rabot AI bereits ab 400 € und bietet damit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in diesem Vergleich, dazu 10 Jahre Garantie auf das gesamte Gerät und eine native Notstromfunktion mit 1.200 W.

2. Anmeldung, Montage und Wartung

Beim Balkonkraftwerk kommt die Montage schnell als eigener Kostenpunkt dazu:

  • Halterung für Selbstmontage: ab ca. 15 bis 20 € für einfache Haken-Sets, die meisten gängigen Halterungen für Balkongeländer, Fassade, Flachdach oder Ziegeldach liegen zwischen ca. 30 und 100 €, aufwändigere oder motorisierte Lösungen kosten auch über 300 €.
  • Professioneller Montageservice: Die Preise schwanken stark je nach Anbieter, Montageort und Region. In Hamburg berechnet ein Anbieter je nach Untergrund zwischen 307 € (Fassade) und 400 € (Dach), ein anderer verlangt für die komplette Montage inklusive elektrischem Anschluss pauschal 850 €. In Bayern liegen vergleichbare Angebote deutlich höher, zwischen 500 € (Garten) und 1.500 € (Wand- oder Ziegeldachmontage), jeweils ohne ein eventuell nötiges Gerüst. Ein bundesweiter Vergleich lohnt sich also, bevor man sich für einen Anbieter entscheidet.
Ein Plug-and-Play-Battereispeicher benötigt dagegen überhaupt keine Montage- oder Installationskosten: keine Halterung, kein Elektriker, kein Eingriff ins Hausnetz, einfach einstecken und fertig. Bei der Anmeldung im Marktstammdatenregister nimmt Rabot immerhin die separate Meldung beim Verteilnetzbetreiber ab.

Selbstinstallation ist die Regel beim Balkonkraftwerk

Laut einer Marktumfrage mit über 5.000 ausgewerteten Datensätzen installieren 76,4 % der Nutzer:innen ihr Balkonkraftwerk selbst, weitere 18,7 % mit Unterstützung aus dem privaten Umfeld. Nur 4,9 % beauftragen einen Fachbetrieb.

Ersparnis & Amortisation: Wer rechnet sich schneller?

1. Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher

Wie schnell sich ein Balkonkraftwerk ohne Speicher amortisiert, hängt stark von Eigenverbrauch, Ausrichtung und Strompreis ab. Verschieder Experten der  Bausparkasse Schwäbisch Shall und dem ADAC. nennen hier übereinstimmend einen Zeitraum von ca. 3 bis 5 Jahren, da nahezu der gesamte erzeugte Strom direkt verbraucht wird. Am schnellsten geht es bei Süd-Ausrichtung mit wenig Verschattung und hohem Eigenverbrauch tagsüber, etwa im Homeoffice oder im Ruhestand. Für Berufstätige, die morgens und abends zu Hause sind, kann eine Ost-West-Kombination trotz etwas geringerem Gesamtertrag (ca. 80 bis 90 % des Süd-Werts) durch die gleichmäßigere Erzeugung über den Tag sogar die praktikablere Wahl sein.

2. Balkonkraftwerk mit Speicher

Mit einem zusätzlichen Speicher, der überschüssigen Mittagsstrom für den Abend sichert, verlängert sich die Amortisation spürbar, weil die deutlich höheren Anschaffungskosten erst durch die zusätzlich gesparten Kilowattstunden wieder hereingeholt werden müssen. Hier gehen die Schätzungen allerdings weiter auseinander als beim Balkonkraftwerk ohne Speicher: ADAC beziffert die Amortisation mit Speicher auf ca. 4 bis 5 Jahre, andere Quellen (u. a. Solarscouts) nennen 6 bis 10 Jahre oder länger, teils mit dem Hinweis, dass sich der Speicher wirtschaftlich erst spät oder gar nicht rechnet. Eine Studie von EUPD Research und Anker SOLIX (2025) zeigt, wie stark das von der Systemgröße abhängt: Ein optimiertes 2.000-Wp/2-kWh-Setup kommt auf 64 % Kostensenkung bei 4 Jahren Amortisation, ein typischeres 4-Modul/3,2-kWh-Setup dagegen nur auf 373 € Ersparnis pro Jahr bei ca. 5,5 Jahren. Eine Einzelfallsrechnung lohnt sich also.

3. Batteriespeicher mit dynamischem Tarif

Ein Batteriespeicher amortisiert sich am besten in Verbindung mit einem dynamischen Stromtarif. Er lädt dann automatisch, wenn der Börsenstrompreis niedrig ist, und deckt teurere Stunden aus dem zuvor günstig eingekauften Strom. Bei einer typischen Investition von ca. 400 € und einer durchschnittlichen Ersparnis von ca. 120 € pro Jahr amortisiert sich ein solcher Speicher in ca. 3 bis 4 Jahren, danach läuft er weiter und bringt über die restliche Laufzeit von 15 Jahren einen Gesamtgewinn von über 1.800 €. So schneidet zum Beispiel der Marstek Venus A im Rabot-Flow-Bundle ab. Wie diese Kombination aus dynamischem Tarif und Speicher automatisch funktioniert, erklären wir in Dynamischer Stromtarif mit Batteriespeicher: Das perfekte Duo.

Die wichtigsten Kriterien im Vergleich

KriteriumBalkonkraftwerkBatteriespeicher
FunktionsprinzipErzeugt Strom aus SonnenlichtSpeichert günstigen Netzstrom
WetterabhängigJaNein
Braucht einen BalkonNein, aber eine geeignete Fläche mit SonneNein, nur eine Steckdose
Anmeldepflicht beim MarktstammdatenregisterJaJa
Einstiegspreisca. 130 € bis 5.000 €ab ca. 400 €
Voraussetzung für volle WirkungSonne, Süd-/Südwest-AusrichtungDynamischer Stromtarif und Smart Meter
NotstromfunktionNur mit ZusatzspeicherJa
Amortisation3–5 Jahre ohne Speicher, 4–10 Jahre mit Speicherca. 3–4 Jahre

Genehmigung, Anmeldung & rechtliche Hürden

Marktstammdatenregister-Pflicht

Balkonkraftwerke müssen bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister angemeldet werden, weil sie Strom ins öffentliche Netz einspeisen können. Die Anmeldung ist kostenlos und in wenigen Minuten erledigt, muss aber innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme erfolgen. Seit Dezember 2025 gilt zusätzlich eine eigene Produktnorm für Steckersolargeräte (VDE 0126-95), die unter anderem eine Mindestlänge der Anschlussleitungen von fünf Metern vorschreibt und ab höherer Leistung (drei bis vier Module, bis 2.000 Wp) eine spezielle Energie-Steckvorrichtung mit Installation durch eine Elektrofachkraft vorsieht. 

Auch ein Batteriespeicher ist nicht anmeldefrei. Die Registrierung im Marktstammdatenregister muss vin einem selbst erfolgen. Genau wie beim Balkonkraftwerk ist die Anmeldung kostenlos und in wenigen Minuten online erledigt. Die separate Anmeldung beim lokalen Verteilnetzbetreiber übernimmt bei Rabot Flow Rabot Energy, das ist bereits im Bundle enthalten und damit kein zusätzlicher Aufwand.

Für wen lohnt sich was? 5 Nutzerprofile

  • Mieter ohne Balkon, Terrasse oder andere geeignete Außenfläche
    Für diese Zielgruppe ist ein Balkonkraftwerk (trotz des Namens auch an Fassade, Garten oder Flachdach montierbar) technisch gar nicht möglich, wenn schlicht keine passende Fläche mit Sonneneinstrahlung zur Verfügung steht. Ein Batteriespeicher ist hier oft die einzige realistische Option, um überhaupt an sinkenden Stromkosten teilzuhaben.
  • Balkon-Besitzer ohne Süd-Ausrichtung
    Eine Ost-West-Kombination erreicht mit rund 80 bis 90 % des Süd-Ertrags noch einen guten Wert, sogar mit Vorteil für Berufstätige, da morgens und nachmittags gleichmäßiger Strom erzeugt wird statt einer einzelnen Mittagsspitze. Erst bei reiner Nordausrichtung sinkt der Ertrag auf etwa 50 bis 70 % und die Amortisation verlängert sich spürbar. Ein Batteriespeicher liefert unabhängig von der Balkon-Ausrichtung dieselbe Ersparnis.
  • Kleinverbraucher
    Bei einem Balkonkraftwerk hängt die Amortisation stark davon ab, wie viel vom erzeugten Strom tagsüber direkt selbst genutzt wird. Wer wenig verbraucht (z. B. Ein-Personen-Haushalt, tagsüber wenig Geräte an), nutzt weniger vom Mittagsstrom direkt, der Rest fließt unvergütet ins Netz, die Amortisation dauert entsprechend länger. Beim Batteriespeicher  spielt der Tagesverbrauch dagegen kaum eine Rolle, da er unabhängig von der Anwesenheit im Haushalt nach Börsenpreis lädt.
  • Berufstätige ohne Zeit zur manuellen Steuerung
    Wer seinen Verbrauch nicht manuell in günstige Stunden verschieben kann oder will, profitiert besonders von einer automatisierten Ladesteuerung wie der Rabot AI, die bei Rabot Flow vollautomatisch im Hintergrund arbeitet.
  • Haushalte mit Notstrom-Wunsch
    Wer vor allem eine Absicherung bei Stromausfällen sucht, findet beim Batteriespeicher mit nativer Notstromfunktion (Marstek Venus A: 1.200 W) eine direktere Lösung als beim reinen Balkonkraftwerk, das dafür einen Zusatzspeicher braucht.

Fazit: Batteriespeicher oder Balkonkraftwerk?

Beide Optionen haben ihre Berechtigung, aber für unterschiedliche Situationen: Ein Balkonkraftwerk passt eher, wenn mehr als 1.000 € zur Verfügung stehen, ein Balkon mit passender Ausrichtung vorhanden ist (vorzugsweise Süden) und Interesse besteht, sich mit dem Produkt auseinanderzusetzen. Wer dagegen keinen passenden Balkon hat, mit einem kleineren Budget ab ca. 400 € einsteigen möchte oder einen niederschwelligen, wetterunabhängigen Einstieg sucht, für den ist ein Batteriespeicher die naheliegendere Wahl.

Batteriespeicher oder Balkonkraftwerk

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Das kommt darauf an, welcher Speicher gemeint ist. Ein Balkonkraftwerk-Speicher lohnt sich oft nicht, wenn die Anlage nur wenig Leistung hat (z. B. 800 Wp) oder tagsüber ohnehin fast der gesamte erzeugte Strom direkt verbraucht wird, dann bleibt kaum Überschuss zum Speichern übrig. Ein Batteriespeicher lohnt sich dagegen vor allem dann nicht, bei einem klassischen Festpreistarif: Ohne Preisunterschied zwischen günstigen und teuren Stunden gibt es für den Speicher schlicht nichts zu optimieren.

Als grobe Orientierung gilt eine Speicherkapazität von etwa 1 bis 1,5 kWh je kWp installierter PV-Leistung, so auch die Empfehlung der HTW Berlin. Für ein typisches 800-Watt-Balkonkraftwerk sind das meist 1 bis 2 kWh nutzbare Speicherkapazität.

Bei einem Batteriespeicher ohne PV-Anlage spielt die genaue Dimensionierung eine kleinere Rolle als beim Balkonkraftwerk-Speicher, da er nicht vom Solarüberschuss, sondern von Preisunterschieden am Strommarkt abhängt. In der Praxis reicht meist ein kompaktes Einstiegsmodell mit rund 2 kWh, wie der Marstek Venus A mit 2,12 kWh, das sich bei Bedarf modular erweitern lässt.

Grundsätzlich lässt sich ein Plug-and-Play-Speicher wie der Marstek Venus A dank IP65-Zertifizierung sowohl innen als auch im Außenbereich aufstellen, im Wohnzimmer, Flur, auf dem Balkon oder im Garten. Wichtig ist eine erreichbare Steckdose, ausreichend Belüftung und dass keine Fluchtwege blockiert werden. Zusätzlich sollten immer die genauen Vorgaben des jeweiligen Herstellers zu Temperaturbereich und Montageort beachtet werden.

Der Marstek Venus A ist auf 6.000 Ladezyklen ausgelegt und behält laut Hersteller über 15 Jahre mindestens 80 % seiner ursprünglichen Kapazität, dazu kommen 10 Jahre Herstellergarantie. Bei einer Amortisation von 3 bis 4 Jahren läuft der Speicher damit über zehn weitere Jahre reinen Gewinn.

Das hängt vom jeweiligen Verbrauchsprofil ab. Ein Speicher am Balkonkraftwerk lohnt sich vor allem, wenn tagsüber wenig Anwesenheit im Haushalt besteht und deshalb sonst ein großer Teil des erzeugten Solarstroms unvergütet ins Netz eingespeist würde. Bei ohnehin hoher Tagesanwesenheit und direktem Verbrauch bringt ein Speicher dagegen weniger zusätzlichen Nutzen.

Keine der beiden Varianten ist pauschal besser. Ohne Speicher ist der Einstieg günstiger und die Amortisation meist schneller (ca. 3–5 Jahre). Mit Speicher steigt der Eigenverbrauch deutlich, wodurch sich über die Nutzungsdauer eine höhere Gesamtersparnis ergeben kann, allerdings bei einer deutlich längeren und weniger einheitlich eingeschätzten Amortisation: Quellen nennen hier je nach Rechnung 4 bis 5 Jahre oder auch 6 bis 10 Jahre und länger. Ob sich der Speicher überhaupt lohnt, hängt stark davon ab, wie viel Solarüberschuss die Anlage produziert und wie hoch der Abendverbrauch ist.

Ein Balkonkraftwerk kann tagsüber bei ausreichend Sonneneinstrahlung einen Teil des Stroms für eine Waschmaschine liefern, deckt aber selten den kompletten Verbrauch, besonders bei starken Verbrauchsspitzen wie dem Heizelement. Am effizientesten ist es, die Waschmaschine gezielt in den sonnenreichen Mittagsstunden laufen zu lassen.

Die Preise für Batteriespeicher sind in den letzten Jahren kontinuierlich gefallen und dürften laut Marktanalysen auch 2026 tendenziell weiter sinken, da güngstigere LFP-Batterietechnologie steigende Rohstoffkosten ausgleicht. Gleichzeitig gibt es bei Plug-and-Play-Speichern wie dem Marstek Venus A bereits heute regelmäßig Aktionspreise, die den Einstieg zusätzlich günstiger machen.

Der größte Nachteil eines Batteriespeichers ist, dass sich seine finanzielle Wirkung nur mit einem dynamischen Stromtarif entfaltet. Wer bei einem Festpreistarif bleibt, hat kein günstiges Ladefenster und keine Ersparnis. Bei größeren Hochvolt-Heimspeichern für eine eigene PV-Anlage sind zusätzlich die hohen Anschaffungskosten (mehrere Tausend Euro) sowie eine mögliche Überdimensionierung ein Risiko, wie wir in Batteriespeicher Kosten 2026 ausführlich erklären.

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